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Herbsttagung der EKBO-Landessynode

Herbsttagung der EKBO-Landessynode

Drei Tage lang tagte die Landessynode der EKBO, um sich mit Themen wie Rassismus, Haushaltsfragen und dem Bericht der Kirchenleitung zu beschäftigen. Den Beschlüssen und Entscheidungen, die am Samstag gefasst wurden, gingen Diskussionen und tiefgründige Überlegungen voraus. Vor allem die Tagesordnungspunkte rund um das Thema Rassismus wurden emotional und intensiv besprochen.

Bereits im November 2021 hat sich Landessynode vorgenommen, sich auf den Weg zu machen, Rassismus in ihren kirchlichen Strukturen aufzudecken und Maßnahmen zu beschließen. Ziele dabei sind die Gleichbehandlung und Teilhabe von People of Colour in allen Bereichen unserer Kirche. Es ging dabei auch um die kritische Auseinandersetzung mit weißen Privilegien (z.B. der Fokus auf Weiße Menschen in Predigten, Materialien oder auf Bildern in Kirchen). Der Beschluss dazu betont, dass die Landessynode sich weiterhin in einem Prozess sieht: „Die EKBO bleibt auf dem Weg zu einer diversitätssensiblen Kirche, die gegen Rassismus eintritt.“ Dieser Prozess soll durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden, wie z.B. Erarbeitung von Bildungsangeboten, Schaffen von einer offiziellen Anlaufstelle oder Strategien zur Gewinnung von PoC in allen Bereichen.

Die Landessynodalen zeigten sich bestürzt über den schrecklichen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 07.10.23 und verurteilt den grassierenden Antisemitismus in Deutschland. Sie beklagen das Schweigen der Zivilgesellschaft angesichts dieser Gewalt und formulierten deshalb eine deutliche Erklärung. Die „Ermutigung zum Einsatz gegen Antisemitismus“ wurde einstimmig (!) beschlossen. Auch Bischof Christian Stäblein betonte in seinem Bischofswort, dass jüdisches Leben geschützt werden müsse. Dies gelte „ohne Wenn und Aber“: „Wer Jüdinnen und Juden angreift, greift auch uns Christinnen und Christen an.“

Ein weiterer wichtiger Punkt im Bischofsbericht war für viele Synodale die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. Alle zehn Jahre beleuchtet die EKD mithilfe einer Studie die Entwicklung der Kirchenzugehörigkeit. Die Ergebnisse sind für die Kirchen ernüchternd: Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass Religiosität und Kirchenbindung gesellschaftlich zurückgehen, und zwar schneller als gedacht. Derzeit ist laut der Studie noch eine knappe Mehrheit der Deutschen christlich-konfessionell gebunden. Der Aussage „Ich glaube, dass es einen Gott gibt, der sich in Jesus Christus zu erkennen gegeben hat“ stimmt nur ein Drittel der Kirchenmitgliedern zu. Der Bischof plädiert dafür, auf die Sprache zu achten, d.h. so zu sprechen, dass uns die Menschen verstehen, und mehr auf die Menschen zuzugehen, wie es z.B. bei den Tauffesten in diesem Jahr geschah. Auf die Frage, wie die Kirche zu retten sei, fand er eine sehr schöne und hoffnungsvolle Aussage: „Wir retten uns nicht selbst. Unser Glaube und der Sinn der Rückkehr zu Gott liegt in dem anderem: Gott selbst wendet das Herz.“

Aus unserem Kirchenkreis nahmen Superintendent Uwe Simon, Silke Mißling und Isabel Pawletta an der Landessynode teil. Die insgesamt 108 Synodalen vertreten knapp 834.000 Protestantinnen und Protestanten der EKBO.

Vielen Dank an Isabel Pawletta für den Bericht und die Bilder zur heute zu Ende gegangenen EKBO-Landessynode.
Ermutigung zum Einsatz gegen Antisemitismus angesichts des Angriffs der Ha- mas auf Israel und für ein friedliches Zusammenleben in unserem Land
6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung
erstellt von Stefan Determann am 27.11.2023, zuletzt bearbeitet am 06.06.2024
veröffentlicht unter: Infos der Landeskirche

Diese Information ist auch in der Newsliste des Kirchenkreises zu sehen.
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