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Superintendent Uwe Simon
Foto: KK-OHL / Stefan Determann

Hinter dem Nebel

20.11.2022 | Gedanken zum Ewigkeitssonntag von Superintendent Uwe Simon aus Gransee

Schwer liegt der Nebel auf diesem Morgen. Nur schemenhaft kann ich Formen der Landschaft erkennen. Letzte Farben des Herbstes ahne ich dort, wo kleine Lichtfetzen durchbrechen. Der Nebel schafft seine eigene Welt. So etwas gibt es wohl nur im November. Der Morgen wird lang. Der Abend kommt früh.

Wir denken an die Verstorbenen, deren Gegenwart wir eben noch deutlich spürten und die sich nun wie im Nebel verliert. Traurigkeit spüre ich dann im Blick zurück. Vormals Vertrautes, gemeinsame Zeit und geteiltes Leben verblassen in unscharfer Ferne.

Aber doch bricht es durch, das Licht hinter dem Nebel, kleine Strahlen zunächst. Die Trauer wandelt sich in eine Ahnung, in Hoffnung auf Leben. Der Nebel wird lichter, der Tag wird heller.
Ob das ein Sinnbild unseres Glaubens und unserer Hoffnung zwischen Totensonntag und Ewigkeitssonntag ist, zwischen Kreuz und Auferstehung? Ein Licht aus der Ewigkeit bricht durch den Nebel! Das zaghafte Spiel der Farben leuchtet auch unseren Toten.

Im Blick zurück feiere ich Abschied und Totensonntag. Aber dann schaue ich in mich hinein und nach vorn, hin auf den Ewigkeitssonntag. Von Gott kommt mir das Licht entgegen. Unsere Toten sind dort gut aufgehoben, geborgen in seiner Ewigkeit.

Vielleicht ist das Bild hinter dem Nebel noch nicht ganz klar. Aber das Licht dringt durch und verändert. So vertraue ich dem Leben und vertraue auf Gott, den ich hinter all diesen Dingen weiß. Ihm sei Dank.

Videomeditation:
erstellt von Stefan Determann am 18.11.2022, zuletzt bearbeitet am 14.01.2023
veröffentlicht unter: Andachten 2022

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