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In einer gerechten Gesellschaft ist Frieden

In einer gerechten Gesellschaft ist Frieden

01.05.2022 | Sonntag Miserikordias Domini | Die Gedanken zum Wochenende von Pfarrerin Nele Poldrack aus Leegebruch

Der 1. Mai ist der „Tag der Arbeit“. Wer Arbeit hat, kann sich vor Arbeit nicht retten. Wer keine hat, sehnt sich danach, sich den Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Irgendwas dazwischen wäre wünschenswert.

In der Bibel hat der Prophet Jesaja in Kap. 65 eine Vision, wie Gott sich die Welt vorstellt. Darin heißt es: alle sollen von ihrer Hände Arbeit leben können und niemand soll umsonst arbeiten, genauso wenig wie niemand faul von dem profitieren soll, was ein anderer erarbeitet. Nicht das Schlaraffenland wünscht sich Gott für uns, sondern eine gerechte Gesellschaft, in der alle leben und arbeiten können. In einer solchen Welt ist Frieden.

Frieden wird nicht, wenn weltweit zwei Billionen Dollar für Rüstung ausgegeben werden, sondern wenn dieses Geld faire Arbeit für alle ermöglicht. Die Welt hat genug für alle. Nur: Arbeit ist ungerecht verteilt und wird ungerecht bezahlt.

Stell dir vor, ein Manager von Siemens bekommt den gleichen Lohn wie eine Textilarbeiterin in Bangladesh. Das wäre gerecht.

Lass dir nicht einreden, dass das naiv ist.
Tu was. Bezahl deine Putzfrau ordentlich.
Kauf fair gehandelte Waren.
Versuch, nicht mehr zu kaufen als du brauchst.
Misch dich in die Politik ein, wo du kannst.

Gott will von uns nicht, dass wir die Welt retten. Aber er will uns dabei haben, wenn er die Welt rettet.
Haben Sie ein gutes Maiwochenende.
Nele Poldrack

erstellt von Stefan Determann am 29.04.2022, zuletzt bearbeitet am 14.01.2023
veröffentlicht unter: Andachten 2022

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