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Korn, das in die Erde...

Korn, das in die Erde...

27.03.2022 | Lätare, 4. Sonntag in der Passionszeit | Gedanken zum Wochenende von Pfarrer Holger Baum aus Lindow (Mark)

Vor einiger Zeit habe ich eine Tüte mit Bohnensamen gefunden, wohl schon mehr als 10 Jahre alt. Die Samen waren inzwischen schwarz und knochenhart geworden. Ich versuchte, ob sie noch keimen, aber ohne Erfolg. Enttäuscht warf ich sie in den Müll.

Nun lese ich den Wochenspruch aus Johannes 12, Vers 24, in dem Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“

Das Korn, das in die Erde fällt und erstirbt, bringt Frucht. Fällt es nicht in die Erde, bleibt einfach nur allein?

Da meldet sich das Erlebnis mit dem Bohnensamen zurück: Mein Bohnensamen ist nie in die Erde gefallen und gerade deshalb erstorben. Sonst hätte er gelebt und gekeimt und Frucht gebracht. Jesu Wort streitet dagegen. Aber gerade dieser Widerstreit führt tiefer in sein Wort hinein.

Es gibt einen Tod mitten im Leben, Jesus nennt das: „Allein bleiben.“ Sich wie der Bohnensamen gegen das Leben verhärten, alles Schwarz sehen, ist ein Tod mitten im Leben. Sich aber in seine Hände geben und gebrauchen lassen, ist Leben mitten im Tod.

Für mich klingt Jesu Botschaft so: Lass dich ruhig fallen und vertraue dich Gottes Händen an. Lass dich gebrauchen von ihm. Hab keine Angst vor Veränderungen, die er dir zumutet. In dir keimt etwas großes, das dem wahren Licht zustrebt. Eine Frucht, die deinen Hunger nach Leben stillt und allem, was du hier erlebst, am Ende einen Sinn gibt.
erstellt von Stefan Determann am 25.03.2022, zuletzt bearbeitet am 14.01.2023
veröffentlicht unter: Andachten 2022

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