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Prädikantin Isabel Pawletta
Foto: Uwe Halling

Das neue "Tschüß"

16.01.2022 | 2. Sonntag nach Epiphanias | Gedanken zum Wochenende von Prädikantin Isabel Pawletta aus Gransee

Haben Sie heute auch schon den Satz „Bleiben Sie gesund!“ gehört oder gelesen? Mir begegnet er täglich in Gesprächen, E-Mails oder in den Medien. Sogar die katholische Sternsingeraktion fordert mich dieses Jahr dazu auf, gesund zu bleiben. Einerseits ist es nett, dass sie sich alle um mich sorgen und die Gefahren durch Corona ernst nehmen; andererseits nervt mich diese Floskel.

Denn im Grund genommen ist dieser sicher gut gemeinte Wunsch ja eine Aufforderung, die sagt: Bloß nicht schwach werden, immer funktionieren. Ähnlich geht es mir mit der Aussage „Hauptsache gesund!“. Auch das klingt erst mal nett, aber ist das wirklich die Hauptsache, dass wir immer leistungs- und funktionsfähig sind? Wichtiger wäre es zu sagen: „Hauptsache geliebt“. Geliebt mit allen Schwächen und Stärken. Ganz ohne jede Bedingung.

Deswegen bin ich dazu übergegangen, meinem Gegenüber das zu wünschen, was mir hilft: „Bleib behütet!“. Eigentlich ist das ein ganz altmodischer Wunsch. Er gehört zu einem fast 3000 Jahre alten Segen der Bibel: „Gott segne und behüte dich“. Das meint so viel mehr als „nur“ Gesundheit.

Dahinter steckt der Glaube, dass Gott uns Menschen begleitet und sich liebevoll um uns kümmert. Also lasse ich zu, dass Gott auf mich aufpasst, spüre und genieße diese Geborgenheit. Ich muss nicht immer funktionieren. Übrigens hat auch unser heutiges „Tschüß“ seinen Ursprung in diesem Segen.

In diesem Sinne, bleiben Sie von Gott behütet.
erstellt von Stefan Determann am 14.01.2022, zuletzt bearbeitet am 14.01.2023
veröffentlicht unter: Andachten 2022

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