Start Kirchengemeinden Liste der Kirchengemeinden Menz Adventskirche Neuglobsow Artikel: Eine Schöne – aus der Not geboren
Die Nussbücker-Orgel von 1982 in der Adventskirche Neuglobsow
Foto: Hans Maass

Eine Schöne – aus der Not geboren

Zur Geschichte der Neuglobsower Orgel

Da die Orgel in der Menzer Kirche durch Kriegs- und Nachkriegseinwirkungen zu stark beschädigt war, entstand Ende der 70er Jahre die Idee, die brauchbaren Teile der Orgel nach Neuglobsow zu versetzen. Es gab zwei gute Gründe, wenigstens eine brauchbare Orgel in der Gemeinde zu haben und wenn, dann in Neuglobsow:
Dort war die Kirche ganzjährig nutzbar, weil sie sich heizen ließ. In Neuglobsow war durch die Ferien- und Kurgäste damit zu rechnen, dass man auch im Winter Konzerte anbieten konnte.

Zunächst wurden die Kosten der Instandsetzung auf 11.000 Mark geschätzt, aber zusätzliche Kosten eingeplant, sollten sich die Schäden an der Menzer Orgel als gravierender herausstellen. Es gab mehrere Gutachten, die von „abreißen, Reparatur zwecklos“ bis „in neuem Gehäuse aufbauen“ variierten. So entschloss sich der Gemeindekirchenrat Anfang 1980, den Bau einer alt-neuen Orgel in Neuglobsow zu wagen und Gelder zu aquirieren.

Nach eingehender Prüfung durch die Firma Nussbücker aus Plau am See stellte sich heraus, dass nur die beiden Pedalregister und die Pedalwindlade noch nutzbar waren, alles andere musste neu konzipiert werden. Letztlich kamen Kosten von 17.991,89 Mark zustande.

Aber zunächst waren ganz andere Hindernisse zu überwinden. Die Kirche war bereits in den 50er Jahren schon einmal schwammsaniert worden, nun stellte sich im Sommer 1981 nach einer Begehung durch das Kirchliche Bauamt neuer Befall heraus, so dass die Gemeinde den Auftrag bekam, das Dach neu zu decken und eine Dachrinne anzubringen, Holzschutzmaßnahmen für das gesamte Dach durchzuführen, Dachfenster oder sog. Glasrömer einzubauen und einen Stahlanker für die Holzbalkendecke einzuziehen. Außerdem waren bauliche Veränderungen auf der Empore erforderlich: Der Fußboden sollte geändert und statt der hölzernen Emporenbrüstung ein schmiedeeisernes Gitter eingesetzt werden.

Für den Orgelbau war die Beschaffung eines Gebläses ein wichtiges Thema: Es war nur in der Bundesrepublik zu bekommen und musste über den Bund der Ev. Kirchen in der DDR beantragt werden. Obwohl sich die Kirchengemeinde bereits 1980 um entsprechende Bestellformulare bemüht hatte, dauerte der Bestellvorgang bis ins Frühjahr 1982.
Am 20.07.1982 konnte die Neuglobsower Nussbücker-Orgel eingeweiht werden – passend zum 30jährigen Bestehen der Neuglobsower Kirche. Allerdings fehlte der Orgel zu der Zeit immer noch ein eigenes Gebläse. Zum Glück konnte die Firma Nussbücker mit einem Leihgebläse aushelfen, so dass die Orgel zu ihrer Einweihung auch wirklich erklingen konnte.

Sie hat zwei Manuale (I und II), entsprechende Koppeln (I/II, I/ Pedal und II/ Pedal) und folgende Register:
Manual I: Rohrflöte (8'), Principal (4'), Mixtur (4f 2')
Manual II: Gedackt (8'), Spillpfeife (4'), Principal (2'), Sifflöte (1 1/3'), Rauschcymbel (2f 1/3') sowie im Pedal: Subbaß (16') und Prinzipalbaß (8').

Im Oktober 1982 traf endlich das Orgelgebläse ein und konnte eingebaut werden.
Und am 19.November fanden sowohl die Abnahme der Orgel durch die Zentralstelle für Orgelbau beim Ev. Konsistorium in Berlin als auch ein feierliches Konzert mit
dem für die Abnahme verantwortlichen Kirchenmusikdirektor Christhard Kirchner aus Berlin statt.
So erfreut die Neuglobsower Orgel seit 1982 sowohl zu Konzerten als auch in den Gottesdiensten die Zuhörenden.

Am 3.September 2022 soll anlässlich des diesjährigen Orgelkonzertes im Rahmen des „Stechliner Konzertsommers“ das 40jährige Orgeljubiläum feierlich begangen werden. Joachim Thoms aus Berlin wird 19:30 Uhr unter dem Titel „Buffet Musique“ Orgelimprovisationen spielen und bereits 19 Uhr einiges zur Orgel erklären, z.B. was die Bezeichnung „Fuß“ (4´, 8´, 16´) bei einer Orgel bedeutet.
erstellt von Stefan Determann am 12.08.2022, zuletzt bearbeitet am 13.08.2022
veröffentlicht unter: Adventskirche Neuglobsow

Adventskirche Neuglobsow

DE-16775 Stechlin OT Neuglobsow
Glashüttenweg 3
Adventskirche Neuglobsow gehört zu:
  Evangelische Kirchengemeinde Menz
  Pfarrsprengel Gransee
Adventskirche Neuglobsow
Postadresse
DE-16775 Stechlin OT Neuglobsow
Glashüttenweg 3
Geokoordinaten der Adresse
Beite: 53.1474751739761(°N);
Länge: 13.0490375261115(°E)
Informationen für Touristen und Besucher
Die Kirche ist von Mai bis September täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Die Kirche liegt nah am Radweg Kopenhagen-Berlin und ist gut über das regionale Radwegenetz zu erreichen.

Offene KircheTipp für Radfahrer
//