Evangelischer Kirchenkreis Oberes Havelland

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Gottesdienste und geistliche Angebote zu Gründonnerstag

14. April 2022

Gottesdienste am Gründonnerstag

17:00 | Gottesdienst, Ev. Kirche Zehlendorf

17:00 | Abendgottesdienst am Gründonnerstag mit Tischabendmahl mit Sup. Simon, Ev. Kirche Gransee

18:00 | Gottesdienst mit Abendmahl, Ev. Kirche Kappe

18:00 | Gottesdienst mit Abendmahl, Ev. Kirche Marwitz

18:00 | Wachet mit mir! Der letzte Abend vor Jesu Verhaftung, Kapelle Freienhagen

18:00 | Passionsgespräche, 7 Abende zur Passionsgeschichte des Johannesevangeliums im Versammlungsraum der Suptur Gransee

18:00 | Gottesdienst mit Tischabendmahl, Ev. Kirche Klosterwalde

18:00 | Tischabendmahlsfeier zum Gründonnerstag,  Pfarrer Felix Sens, Ev. Kirche Leegebruch

18:00 | Gottesdienst mit Abendmahl, Dorfkirche Eichstädt

18:30 | Gottesdienst mit Abendmahl, Ev. Kirche Falkenthal

19:00 | Gottesdienst mit Tischabendmahl, Pfarrhaus Mildenberg

19:00 | Gottesdienst, Ev. Kirche Neuholland

19:00 | Tischabendmahl, Pfr. Kees, Ev. Kirche Löwenberg

19:00 | Tischabendmahl im Kirchsaal, Ev. Stadtkirche Zehdenick

19:15 | Gottesdienst mit Abendmahl, Ev. Kirche Kurtschlag

Passion und Ostern für Kinder erzählt – der Gründonnerstag mit Esel ENNO

GRÜNDONNERSTAG, warum ?

von „greinen“ oder „grienen“. Im Mittelhochdeutschen bedeutete das früher: „weinen“ oder „wimmern“: Wir sind traurig über den Tod Jesus.
Oder es bedeutet auch „Grüne Büßer“: So wurden Christen genannt, die durch die Fastenzeit frei von Sünde sind.

Was ist passiert?

Jesus lädt seine Jünger ein. Er möchte noch einmal mit ihnen zu Abend essen, bevor die Soldaten ihn gefangen nehmen werden.
Sie gehen gemeinsam in ein Gasthaus. Der Wirt hat alles vorbereitet – für das Sabbat-Mahl, das in Israel immer gefeiert wird: Brot und Wein, bittere Kräuter, Wasser, Feigen, Datteln, leckere und duftende Gerichte. Als sie mit dem Essen fertig sind, nimmt Jesus das Brot und den Wein.

Er schaut seine Freunde an und sagt: Nehmt von diesem Brot. Ich breche für jeden von euch ein Stück ab. Dieses Brot ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dann nimmt er den Wein, schenkt ihn in einen Kelch ein und sagt: Trinkt alle einen Schluck von diesem Wein. Dieser Wein ist mein Blut, das für euch vergossen wird. Immer, wenn ihr das tut, erinnert ihr euch an mich. An alles, was ich für euch tue.

[weitergedacht]

Eine gemeinsame „Tischzeit“.
An Tischen wurde und wird gegessen, gespielt, gefeiert, gelernt, erzählt, verkündet, gestritten und versöhnt, beratschlagt und entschieden.
Decke doch einmal einen richtig festlichen Abendbrottisch und sprich ein Tischgebet für alle.

Was macht das mit den Menschen, die an dem Tisch sitzen?

Der Herr gedenkt ewig an seinen Bund

Psalm 111

Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen
im Rate der Frommen und in der Gemeinde.

Groß sind die Werke des Herrn;
wer sie erforscht, der hat Freude daran.

Was er tut, das ist herrlich und prächtig,
und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
der gnädige und barmherzige Herr.

Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;
er gedenkt ewig an seinen Bund.

Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,
dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden.

Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;
alle seine Ordnungen sind beständig.

Sie stehen fest für immer und ewig;
sie sind recht und verlässlich.

Er sendet eine Erlösung seinem Volk;
er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll.

Heilig und hehr ist sein Name.
Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang.

Klug sind alle, die danach tun.
Sein Lob bleibet ewiglich.

Die Heilige Woche – Jesus nimmt Abschied von seiner Mutter

Christian Volkmann (Tenor) singt in der Dorfkirche Mildenberg zu einer Quinte auf der Remler-Orgel
Psalm 111

Die Heilige Woche – Jesus nimmt Abschied von seiner Mutter
(Text: anonym, 16. Jahrhundert)

Als Jesus von seiner Mutter ging, / die große Heilige Woche anfing, /
da hatte Maria viel Herzeleid, / sie fragte ihr‘n Sohn mit Traurigkeit:

1) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Sonntag sein?” /
“Am Sonntag werd ich ein König sein, / da wird man mir Palmen und Kleider streun.”

2) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst am heiligen Montag sein?” /
“Am Montag bin ich ein Wandersmann, / der nirgends ein Obdach finden kann.”

3) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Dienstag sein?” /
“Am Dienstag bin ich der Welt ein Prophet, / verkünde, wie Himmel und Erde vergeht.”

4) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Mittwoch sein?” /
“Am Mittwoch bin ich gar arm und gering, / verkaufet um dreißig Silberling.”

5) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Donnerstag sein?” /
“Am Donnerstag bin ich im Speisesaal / das Opferlamm beim Abendmahl.”

6) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Freitag sein?” /
“Am Freitag, liebe Mutter mein, / ach könnte der Freitag verborgen sein! /

7) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Samstag sein?” /
“Am Samstag bin ich ein Weizenkorn, / das in der Erde wird neugeborn.”

8) “Ach Sohn, du liebster Jesus mein, / was wirst du am heiligen Sonntag sein?” /
“Am Sonntag freu dich, o Mutter mein, / da werd ich vom Tode erstanden sein! /
Und trag ein Kreuz in meiner Hand, / das leuchtet über alle Land.“

Gedanken zum Gründonnerstag

eine Andacht von Pfarrerin Christine Gebert

Abendmahl. Brot und Wein. Kauen und Schmecken. Wunderbares Laben.
Gesegnete Mahlzeit. Kein alltägliches Mahl. Das ist uns klar.

Aber Gründonnerstag ist noch einmal etwas ganz anderes:

Gibt es womöglich einen Gründonnerstaggeschmack? Nicht nur kräftig wie das Brot, nicht nur markant und süß wie Saft oder Wein. Gründonnerstag schmeckt auch bitter, nach der bitteren Wahrheit von Abschied und Verrat. Womöglich kannte der Dichter des Liedtextes diese Bitterkeit besser als wir – Arno Pötzsch, der diese Verse mitten im Krieg 1941 dichtete, während er zum Tode Verurteilte seelsorgerlich begleitete.

Gründonnerstag kaue ich erst mal auf der bitteren Wahrheit herum – Abschied und Verrat stehen Jesus und seinen Freunden bevor. Der Tag nach dem Fest ist schon am Abend zu spüren, zu schmecken. Und dennoch hat Jesus nichts anderes im Sinn, als Vertrauen und Stärkung in diesen wichtigen Abend zu legen:

[Lesung]

Beim Essen nahm Jesus ein Brot. Er lobte Gott und dankte ihm dafür. Dann brach er das Brot in Stücke und gab es seinen Jüngern. Er sagte: „Nehmt, das ist mein Leib.“ Dann nahm er den Becher. Er dankte Gott und gab ihn seinen Jüngern. Sie alle tranken daraus. Jesus sagte zu ihnen: „Das ist mein Blut. Es steht für den Bund, den Gott mit den Menschen schließt. Mein Blut wird für die vielen vergossen werden.“
Evangelium nach Markus, Kapitel 14, Verse 22-24

Gottes Segen schmecken

Gesegnete Mahlzeit. Wie schmeckt der Segen Gottes in Brot und Wein?
Wage ich mich, auf der bitteren Wahrheit herumzukauen, ohne sie vorschnell runterzuspülen oder gar auszuspucken? Bin ich sitzen geblieben mit Jesus und seinen Freunden? Schmecke ich den Unterschied? Die Zunge erstarrt nicht vor Bitterkeit, klebt nicht am Gaumen. Der Segen Gottes in Brot und Wein schmeckt nach Hoffnung und Stärkung, labend und belebend. Das wunderbare Knistern der Geschmacksknospen hält Einzug in Leib und Seele. Gott ist gegenwärtig und wunderbar. Näher könnte Gott kaum sein.
Ob die anderen das jetzt wohl auch spüren? Trau ich mich, sie später einmal zu fragen:
Wie hat dir der Gründonnerstag geschmeckt?
„Bittersüß“, sagen sie vielleicht.

Gottesdienste im Kirchenkreis Oberes Havelland

Informationen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen auf unserem Terminkalender

Wochenpsalm zu Gründonnerstag

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR. Psalm 111, Vers 4

Nun segne, Herr, uns Brot und Wein

Kanon zu EG 225 von Kirchenmusiker Markus Pfeiffer